Neben den eigentlichen Massagen gibt es viele Behandlungen, die in Folge einer Ölung ausgeführt werden. Je nach Aufgabe der Behandlung können von den im folgenden beschriebenen Therapien welche zur Anwendung kommen (Auszug zu Informationszwecken). Viele der Behandlungen sind sinnvoll und wirksam  durch Wiederholungen: 7er Zyklen sind in den meisten Fällen optimal (7 oder 14 oder 21 Behandlungen in Folge). Die meisten dieser Behandlungen biete ich an in Zusammenarbeit mit einer ayurvedischen, ärztlichen Diagnose von Dr. H. H. Rhyner. Bitte besprechen Sie mit mir Ihr Anliegen, Dr. Rhyner hat seine Praxis in Herisau, seine Behandlungen werden von der Krankenkasse (Zusatzversicherung) übernommen – auch wenn der Weg nach Herisau weit scheint, kann es sich sehr lohnen die Meinung dieses Spezialisten zu hören!

Udvartana – Massage mit Kräutern

Bei dieser Behandlung wird die Massage mit feinen Pulvern oder Pasten -  mit oder ohne Öl – durchgeführt. Im Gegensatz zur Abhyanga wird hier nicht fein und ausgleichend, sondern heftig und mit Druck gearbeitet. Die Massagerichtung ist nicht besänftigend vom Nabel weg, sondern entgegengesetzt zum Nabel hin.

Die Udvartana kann auch an eine kurze Abhyanga folgen und hilft gut bei Kapha, Fettleibigkeit, übermässigem Schwitzen, Schweregefühl, Juckreiz, Orangenhaut sowie bei Urtikaria und Anorexie.

Karnapurnam – Ohrenfüllen

Das Füllen der Ohren mit (mediziniertem) Öl geschieht häufig während der Abhyanga. Das Öl wird warm in den Gehörgang geträufelt und dieser dann mit einem Wattebausch verschlossen. Karnapurnam kann auch bei einer Kopfmassage oder ganz eigenständig angewandt werden.

Bei vielen Ohrproblemen wie Ohrenschmerzen und Tinnitus anzuwenden.

Darf nur ausgeführt werden, wenn keine Trommelfellperforation vorliegt!

Ushma Sweda – Schwitzbad

Wie bereits bei der Abhyanga beschrieben, wird der Klient in eine Sitzsauna gesetzt, der Kopf bleibt aussen vor. Die Sitzsauna wird gefüllt mit Dampf, bei Bedarf auch angereichtert mit Kräutern.

Häufig geht dieser Schwitzbehandlung eine Abyanga oder eine Udvartana voran, es gibt auch Indikationen, wo die Schwiztbehandlung alleine steht. Nach dem Schwizten sollte nicht kalt geduscht werden, aber eine Ruhepause ist sehr empfohlen.

Pinda Sweda – Kräuterwickel

Die Massage mit heissen Kräuterwickeln, eine nährende oder reduzierende Schwitzbehandlung, je nach eingesetzen Kräutern.

Eine Anhyanga kann vorher ausgeführt werden, dann wird der ganze Körper oder auch nur eine bestimmte Partie mit den heissen Kräuterwickeln intensiv massiert. Je nach Aufgabe werden die Inhaltsstoffe in den Kräuterwickeln aufsgesucht und können sehr schöne bei vielen rheumatischen und psychosomatischen Erkrankungen helfen.

Dhara – Ölguss

Der Ölguss in Form des Shirodhara (Stirnölgusses) ist gut bekannt. Es gibt auch die Anwendung des Ganzkörper Ölgusses.

Eine schöne, nährende Behandlung, die bei vielen Problemstellungen und Krankheiten eingesetzt werden kann. Der Ablauf ist einfach: während der Behandlungsdauer wird von einem oder zwei Therapeuten ein warmer Ölstrahl über der Körper des Klienten geleitet, unter der Massageliege wieder aufgefangen, erwärmt und erneut gegossen.

Leider ist diese Behandlung durch die Anwesenheit von mindestens zwei Therapeuten und durch das viele kostbare Öl sehr teuer und kann nur selten im Kurbetrieb durchgeführt werden.

Shirodhara – Stirnölguss

Die königliche Anwendung: ein kontinuierlicher Strahl von warmem, medizinierten Öl wird auf die Stirn gegossen.

Sehr schön und sehr stark. Häufig etwas leichtsinnig in Wellnesshotels angewandt, kann diese Behandlung sehr viel auslösen und ist vor allem bei Erkrankungen des Nervensystems angezeigt, sowie bei chronischen Kopfschmnerzen, Gesichtslähmung, halbseitiger Lähmung und Depressionen. In Zusammenhang mit Nashya oder zur Begleitung anderer Behandlungen kann der Shirodhara ebenfalls engesetzt werden.

Wichtig ist die Ruhe und die Zeit: Die Behandlung selbst muss sorgfältig und in Ruhe erfolgen, anschliessend muss der Klient eine grosszügige Ruhepause einlegen können. Autofahren nach einem Shirodhara ist nicht sinnvoll, lass Dich abholen oder nimm ein Taxi nach dieser Behandlung.

Khadivasti – lokaler äusserer Öleinlauf

Diese Behandlung zeigt die grosse Effektivität einer an sich einfachen Ölbehandlung sehr gut: Ein Teigring wird an gewünschter Stelle auf dem Körper angelegt und dann mit warmem Öl, nach Indikation, gefüllt. Während der Behandlungsdauer wird das Öl immer wieder entfernt und durch frisch erwärmtes ersetzt. Diese Behandlung sollte bis siebenmal weiderholt werden, um einen nachhaltigen Erfolg sicher zu stellen. Die Dauer der Behandlung wird durch den gewünschten Effekt bestimmt, dauert von 25 bis zu 50 min.

Wie bei der Rückenmassage kurz beschrieben, kann der Khadivasti im Rückenbereich vor allem bei Dikushernie, Ischias, Gelenk- und Nervenschmerzen, degenerierten und schwachen Wirbeln sowie bei Schultergürtelsyndrom eingesetzt werden.
Es gibt auch weitere Körperstellen, wo ein Khadivasti sehr gut ausgeführt werden kann.

Akshitarpana – Augenbad

Eine besänftigende Ölbehandlung für strapazierte Augen: Ein Teigrand wird um die Augenhöhlen aufgebaut und der entstehende Krater mit der erforderlichen Substanz (Ghee, ghrita) gefüllt. Der Klient öffnet nun die Augen, so kann die Substanz während einer Viertel- bis Halbstunde wirken.

Lepa – Medizinisches Pflaster

Lepa meint eine Auflage aus Kräutern.

Beispiel: Bei der Rückenbehandlung wende ich gerne ein Beinwell Lepa an: Die gemahlene Beinwellwurzel wird gekocht und nach einer Rückenmassage auf stark verspannte Partien aufgetragen. Durch Wärmelampen oder Wärmeflaschen wird das Auskühlen verhindert, so bleibt diese Kräuterpackung ungefähr zwanzig Minuten auf der Haut, bevor sie vorsichtig abgetagen wird.

Gandusha – Gurgeln

Wie bei uns auch bekannt, wird mit verschiedenen Substanzen gegurgelt. Es kann auch als vollständige Behandlung durchgeführt werden in Verbindung mit einer (Teil-)Kopfmassage und Hitzeanwendung.

Viele Probleme im Bereich des Kopfes können durch Gandusha behandelt werden. Sehr bekannt ist das Ölziehen mit Gandushaöl, um die verschiedenen Zahnfleischprobleme zu behandeln.

Picu – Wickel

Im Ayurveda wird ein Wickel meist mit einem Tuch, das in arzneiliches Öl getaucht wurde, durchgeführt. Je nach  Aufgabe, wird der Wickel etwas gekühlt oder gewärmt.

Beispiel: Sehr schöne Erfolge bei akuten Schmerzen an Gelenken, während der Abhyanga wird das betreffende Gelenk mit einem Wickel vorbehandelt – oder auch als eigenständige Behandlung.

Eine Form des Picu ist der Scheidenwickel: In Kerala wird ab dem achten Schwangerschaftsmonat täglich ein Scheidenwickel mit Kshirabala Thailam durchgeführt, dies erleichtert die Geburt und reduziert die Schmerzen.